Die Antworten bitte bis spätestens Ostersonntag in einem Kuvert in den Briefkasten des Pfarrhofes geben oder eine Mail an Karl.Seethaler@katholischekirche.at schreiben. Diese werden dann – ohne Namen – in der Kirche und auf der Pfarr-Homepage veröffentlicht.


 

 dritte bibelstelle

vom Palmsonntag

 

Da am Palmsonntag kein Evangelium bei der Messe ist, sondern die Leidensgeschichte Jesu,

habe ich hier beide Lesungen zur Auswahl geschrieben.

 

 

Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 50, 4-7

 

Gott, der Herr, gab mir die Zunge von Schülern, damit ich verstehe, die Müden zu stärken durch ein aufmunterndes Wort.

Jeden Morgen weckt er mein Ohr, damit ich höre, wie Schüler hören. Gott, der Herr, hat mir das Ohr geöffnet.

Ich aber wehrte mich nicht und wich nicht zurück.

Ich hielt meinen Rücken denen hin, die mich schlugen, und meine Wange denen, die mir den Bart ausrissen. Mein Gesicht verbarg ich nicht vor Schmähungen und Speichel.

Und Gott, der Herr, wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden.

Deshalb mache ich mein Gesicht hart wie einen Kiesel; ich weiß, dass ich nicht in Schande gerate.

 

 

Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde in Philippi (Phil 2, 6-11

 

Christus Jesus war Gott gleich, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein,

sondern er entäußerte sich und wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich.

Sein Leben war das eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz.

Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der größer ist als alle Namen,

damit alle im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihr Knie beugen vor dem Namen Jesu

und jeder Mund bekennt:

„Jesus Christus ist der Herr“ – zur Ehre Gottes, des Vaters.

 

Reaktionen

 

 Betrachtung 1:

 

 

Ja, wir Menschen scheitern. Wir scheitern so wie Jesus Christus scheiterte, bis hin zu seinem Kreuzestod. Er scheiterte daran, ein Gegenkonzept zu Macht zu leben: Liebe, Geborgenheit, Gerechtigkeit, Friede, Barmherzigkeit. Der Kreuzestod Christi galt als Gott-verflucht.

 

Jesus hatte ein anderes Machtverständnis: Nicht Gewalt, nicht Terror, nicht Schrecken, nicht Angst, sondern Befreiung, Heilung.

 

Wir scheitern an unseren Ansprüchen, an unserem Wunsch nach einer heilen Welt. Wir scheitern durch unser Menschsein. Wir scheitern immer wieder. Auch Jesus Christus ist am Menschsein gescheitert. Und dennoch:

 

Gott hat Jesus nicht im Tod belassen, sondern ihn in grenzenloser Liebe bei sich aufgenommen.

 

Die grenzenlose Gnade und Liebe Gottes zu uns Menschen hebt uns immer wieder auf, richtet uns immer wieder auf, ist uns tägliche Kraftquelle, wenn wir es wollen.

 

Glaubst du noch, oder spürst du es schon?

(Betrachtung von Christian Romanek)

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Betrachtung 2:

 

Mir gefallen hier besonders die ersten Sätze, vor allem, wo es heißt: „Sein Leben war das einen Menschen.“

 

Jesus hat es uns vorgemacht, wie wir leben sollen, dass wir ihm vertrauen sollen. Aber richten wir uns auch danach? Sind wir nicht eher kleinmütig und ängstlich, obwohl wir wissen, dass Gott uns in der Not nicht alleine lässt? Schon bei Jesaja lesen wir den Satz: „Und Gott der Herr wird mir helfen; darum werde ich nicht in Schande enden.“

 

Auch in der jetzigen Situation neigen wir dazu, zu verzagen anstatt darüber nachzudenken, was Gott uns sagen will und dass er uns nicht im Stich lassen wird.

(Name dem Pfarrer bekannt) 


ZWEIte bibelstelle

vom 5. Fastensonntag

 

Johannes-Evangelium, 12. Kapitel, Verse 20-33

 

In jener Zeit gab es auch einige Griechen unter den Pilgern, die beim Paschafest in Jerusalem Gott anbeten wollten. Diese traten an Philippus heran, der aus Betsaida in Galiläa stammte, und baten ihn: „Herr, wir möchten Jesus sehen.“ Philippus ging und sagte es Andreas; Andreas und Philippus gingen und sagten es Jesus.

Jesus aber antwortete ihnen: „Die Stunde ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht wird.

Amen, amen, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht. Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt geringachtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.

Wenn einer mir dienen will, folge er mir nach; und wo ich bin, dort wird auch mein Diener sein. Wenn einer mir dient, wird der Vater ihn ehren.

Jetzt ist meine Seele erschüttert. Was soll ich sagen: Vater, rette mich aus dieser Stunde? Aber deshalb bin ich in diese Stunde gekommen. Vater, verherrliche deinen Namen!“

Da kam eine Stimme vom Himmel: „Ich habe ihn schon verherrlicht und werde ihn wieder verherrlichen.“

Die Menge, die dabeistand und das hörte, sagte: „Es hat gedonnert.“ Andere sagten: „Ein Engel hat zu ihm geredet.“ Jesus antwortete und sagte: „Nicht mir galt diese Stimme, sondern euch. Jetzt wird Gericht gehalten über diese Welt. Jetzt wird der Herrscher dieser Welt hinausgeworfen werden. Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“

 

Das sagte er, um anzudeuten, auf welche Weise er sterben werde.

 

Diese Bibelstelle ist vielleicht etwas schwerer zu verstehen, aber es gibt sicher dazwischen Sätze, die jedem etwas sagen können.

 

Reaktionen

 

Betrachtung 1:

 

Sei wie ein Samenkorn!

 

Öffne dich!

 

Lebe ein von Gott inspiriertes Leben!

 

Zieh dir die Kraft aus Mutter Erde!

 

Nimm dankbar den himmlischen Regen in dir auf,

 

und du wirst reiche Frucht bringen!

 

Amen! So ist es!

(Betrachtung von Claudia und Christian Romanek)

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Betrachtung 2:

 

Diese Bibelstelle war um einiges schwieriger als die erste und nicht in allen Details zu verstehen. Aber auch hier gibt es einen bekannten Satz, der berührt und zum Nachdenken anregt: „Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, bleibt es allein; wenn es aber stirbt, bringt es reiche Frucht.“

 

Gerade jetzt im Frühling, wenn die Natur neu erwacht und alles sprießt und blüht, kann man diese Worte gut nachvollziehen. Die Natur macht vieles allein, aber wir können das Unsere dazu beitragen. Der Mensch bringt die Saat in die Erde, und wenn er es gut macht, wird er reiche Frucht ernten. Ich denke, auch Gottes Worte müssen auf fruchtbaren Boden fallen, wenn sie weitergegeben werden sollen.

 

In der Folge sagt Jesus den schwierigen Satz: „Wer sein Leben liebt, verliert es; wer aber sein Leben in dieser Welt geringachtet, wird es bewahren bis ins ewige Leben.“ Es ist nicht nur unser Wille, wie wir unser Leben führen, sondern es ist der Wille Gottes, der uns führt und leitet. Und nur, wenn wir ihm uns anvertrauen, haben wir auch Chance auf ein ewiges Leben, und wie das Weizenkorn in die Erde fällt, dürfen wir uns in Gottes Hände fallen lassen.

 

(Name dem Pfarrer bekannt)

 


Erste bibelstelle

vom 4. Fastensonntag

 

Johannes-Evangelium, 3. Kapitel, Verse 16 – 21

 

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus (einem Pharisäer):

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ewiges Leben hat.

Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht an den Namen des einzigen Sohnes Gottes geglaubt hat.

Denn darin besteht das Gericht:

Das Licht (= Jesus) kam in die Welt, doch die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Taten waren böse.

Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.

Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.

 

Reaktionen:

 

Betrachtung 1:

 

Pure Liebe hat Gott für uns Menschen, daher dürfen wir hoffen, dass ALLES GUT wird. (Joh 3, Vers 16)

 

Mich begeistern die Personenbeschreibungen des Evangelisten Johannes, wie er Nikodemus und Jesus zeichnet. Nikodemus trifft sich heimlich mit Jesus (daher in der Nacht). Er ist ein stiller Beobachter der Aktivitäten um die Person des Nazareners. Zwar ist er von der Person Jesu fasziniert, aber in dem Gespräch wird klar, dass er Jesus nicht wirklich versteht. Einerseits bemüht sich dieser im Gespräch sehr, andererseits fordert er eine aktive Nachfolge und kein Zuschauen, kein Nur-so-darüber-reden.

Soweit die Vorgeschichte in Joh 3, 1-15.

 

Joh 3, 16-21 ist eine sehr philosophisch-anspruchsvolle Bibelstelle. Bereits der erste Halbsatz hat mich sehr beschäftigt:

 

Im Vers 16 erklärt Jesus den Grund seiner Mission auf Erden: „Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt…“, das heißt für uns: Gott liebt das Universum, den Planet Erde, alle Pflanzen, Tiere und nicht zuletzt auch uns Menschen sehr! Er will, dass wir in Einklang mit seiner Schöpfung als „Kinder Gottes“ leben und den Garten Eden pflegen und erhalten. Damit uns das gelingt, hat er uns seinen Sohn Jesus geschickt. Der Name seines Sohnes ist bereits SEIN Programm: Das hebräische Wort Jesus heißt: „Gott rettet!“ Gott meint es also gut mit uns! Für Johannes ist das Reich Gottes das Himmelreich. Wer sich auf Jesus und sein Programm einlässt, ist bereits mitten im Himmelreich aktiv. Das Himmelreich ist also dort, wo Gottesliebe, Nächstenliebe, Selbstliebe und Feindesliebe gelebt werden,

 

Wird sich Nikodemus auf die Nachfolge Jesu einlassen?

 

Bin ich bereit, mich auf die Sache Jesu einzulassen?

 

(Betrachtung von Christian Romanek)

 

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Betrachtung 2:

 

Mir hat am besten der Anfang der Bibelstelle gefallen: „Gott hat die Welt so geliebt, dass er seinen Sohn hingab…“ Für mich ist die Liebe zu seinem Kind(ern) etwas Großes und Besonderes, und dass Gott seinen Sohn hingab, zeigt uns, wie sehr uns Gott liebt. Aber danken wir es ihm?

 

Liest man dann weiter, kommt man zu der Stelle: „Die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Taten sind böse.“ In einer Zeit wie der unseren, frage ich mich, ob Gott ein Zeichen setzen will. Ein Zeichen, um vielleicht unserem Leben eine Wende zu geben. Ich denke viel darüber nach, wieso wir oft so unzufrieden sind und immer noch mehr wollen. Warum sind wir manchmal kleinmütig? Warum ist es uns so wichtig, uns zu rächen und Böses mit Bösem zu vergelten? Dabei zeigt uns Gott doch immer wieder, dass es ein Licht am Ende des Tunnels gibt, wenn wir nur daran glauben. Und so hoffe ich ganz fest darauf, dass wir aus der jetzigen Situation wieder herausfinden, wenn wir Gott nur wirklich vertrauen.

 

(Name dem Pfarrer bekannt)